Hintergrundbild Segelflug

Königsdorfer Segelflieger sammeln und bringen Weihnachtsgeschenke in die Ukraine

22. Dezember 2025

Königsdorfer Segelflieger sammeln und bringen Weihnachtsgeschenke in die Ukraine

2200 Glücksmomente aus Bayern für kriegsgebeutelte Schulkinder in Kyiv
Königsdorfer Segelflieger sammeln und bringen Weihnachtsgeschenke in die Ukraine

Wie bereits im letzten Jahr, brachten auch dieses Jahr wieder Königsdorfer Segelflieger Weihnachtsgeschenke an ukrainische Schulkinder. Dieses Jahr brauchten sie dafür sogar einen Sattelschlepper, um all die vielen Geschenkpakete in die Ukraine zu bringen und verteilen tausende Päckchen aus dem Oberland und München an Grundschulen in der unter russischem Raketenbeschuss leidenden Hauptstadt der Ukraine.

„Liebes Segelflugzentrum Königsdorf, wir sind die Eltern eines Schulkindes aus Kyiv.“ So beginnt eine Mail, die die Königsdorf Segelflieger vor ein paar Tagen erhielten. Darin suchen die Verfasser aus der Ukraine jenes Kind aus dem Oberland, das ihnen ein Paket geschickt hat. „Das Paket wurde mit großer Sorgfalt zusammengestellt und war ein wunderschönes Zeichen der Unterstützung“, schreiben die ukrainischen Eltern weiter.
Persönlich überbracht hatten es die Piloten des Segelflugzentrum Königsdorfs Michael Watzke, Anastasiia Apostolyuk, Maximilian Eberlein und Robert Kluge, sowie zwei weitere Väter aus München. Sie waren dem LKW mit den 2200 Paketen per Auto nach Kyiv hinterhergefahren und hatten die Geschenke an zehn Grundschulen und Sonderschulen in der ukrainischen Hauptstadt und den Vororten Butscha, Irpin und Buzova an Grundschulkinder verteilt. Knapp eine Woche verbrachten sie in der Ukraine, erlebten dabei vier Luftalarme, Schneefall und unzählige Stromausfälle.
„Die Dankbarkeit der Kinder, Eltern, Lehrerinnen und Lehrer in der Ukraine war riesig“, berichtet Michael Watzke nach der sicheren Rückkehr des Teams. Einen ganzen Kofferraum voller Geschenke und Dankesschreiben brachten sie mit nach Bayern, darunter viele von den ukrainischen Schulkindern gebastelte Geschenke, wie Christbaumschmuck und Matonkas, traditionelle ukrainische Puppen, die Glück bringen sollen. „Wir werden die Freude, Begeisterung und das ungläubige Staunen der Mädchen und Jungen nicht vergessen. Die meisten waren völlig überrascht, manche hüpften vor fröhlicher Erwartung“, so Watzke. Der Lichtblick aus Bayern war vor allem deshalb so wichtig für die Kyiver Kinder, weil sie am stärksten unter dem russischen Angriffskrieg leiden: bei jedem Bombenalarm müssen sie in die Luftschutz-Bunker, und wegen der Stromausfälle machen sie ihre Hausaufgaben oft im Kerzenschein oder Taschenlampen-Licht.
Die Königsdorfer Piloten trugen die Pakete - oft mit Unterstützung älterer Schulkinder - in die Foyers und Aulen der Grundschulen, wo sich die sechs- bis zehnjährigen Erst- bis Viertklässler selbst ein Geschenk aussuchen durften. Auch Spezial-Schulen für gehörlose Schülerinnen und Schüler sowie Schulen für körperlich und geistig behinderte Kinder besuchten die Gäste aus Deutschland. Eine Grundschule in Buzova war von einer ballistischen Rakete aus Russland völlig zerstört worden, die Kinder werden seitdem in den Räumlichkeiten des Kindergartens unterrichtet. Dort überbrachten die Piloten auch den Kindergarten-Kindern Geschenkpakete. An anderen Schulen lernen die Kinder teils schon ab der ersten Klasse Deutsch, dort riefen die Schülerinnen und Schüler den Gästen aus Bayern „Dankeschön“ zu, als sie die großen, teils mehrere Kilogramm schweren Pakete in ihre Klassenzimmer trugen.
Zurück zur Mail aus der Ukraine: „In dem Geschenkpaket an unseren Sohn befand sich ein handschriftlicher Brief eines deutschen Kindes, der auf Ukrainisch verfasst war“, schreibt Mykhailo Kovach, der Vater des Kindes aus Kyiv. „Das hat uns tief berührt! Wir möchten Ihnen und allen Familien in Bayern unsere aufrichtigste Dankbarkeit aussprechen.“ Der Mail war ein Foto des handschriftlichen Dankesbriefes des ukrainischen Jungen angefügt – verfasst in Deutsch: „Viele Grüße von Deinem Freund aus der Ukraine!“
Nun suchen die Königsdorfer Segelflieger das Kind, welches das Geschenkpaket für die Ukraine gepackt hat. Darin war neben Süßigkeiten und Spielsachen auch ein rotnäsiges Stoff-Rentier Rudolph. Der Bub oder das Mädchen hatte leider vergessen, seinen Namen dazuzuschreiben: Der Schneker möchte sich bitte unter webkontakt@segelflugzentrum-koenigsdorf.de melden.

Wer die Bilder und Videos der Hilfsaktion verfolgen will, kann dies unter folgendem Link, der ein oder andere hat dort auch schon sein eigenes Paket wieder entdeckt:

https://photos.app.goo.gl/8mQrjsLTXmjxgDHV7